Chinesisches Teambuilding – Betriebsausflug auf Chinesisch

Noch bevor ich letzten Monat meine offizielle Arbeitsgenehmigung erhielt wurde ich im Januar bereits von meinem damals „zukünftigen“ Arbeitgeber zum Teambuilding eingeladen. Ein sehr spannendes Erlebnis …

Die Teambuildings-Einladung begann mit der „Offenbarung“, dass falls ich rechtzeitig zuvor beginnen dürfte zu arbeiten (sprich rechtzeitig alle Formalitäten erledigt gewesen wären), ich hätte das Wochenende zuvor hätte arbeiten müssen.

Na toll! Man muss also am Wochenende vorarbeiten, um am (verpflichtenden) „Betriebsausflug“ teilnehmen zu dürfen.
Hoffentlich lassen sich deutsche Arbeitgeber nicht ähnliches einfallen, oder?! Wieviele „gelbe Scheine“ gäbe es sonst für das Wochenende sowie die Tage des Ausflugs? 😉

Der Betriebsausflug selbst startete mit pünktlichen Treffen morgens um 8 Uhr vor der Firma, um gemeinsam zwei große Reisebusse besteigen zu können.
Die Busfahrt begann dann auch schon recht lustig (nehme ich an) mit lustigen Wortspielen nach dem Motto „jeder nennt ein Wort, das mit dem letzten Buchstaben des Wortes des Vormannes beginnt“ (würden die Spielregeln wohl in deutscher Sprache lauten). Ein Mitglied meiner Bustour trällerte ein Lied auf russisch (sie hatte russisch studiert bevor sie in dieser Firma zu arbeiten begann) … wie sich später herausstellte ein Mitglied meines Web-Promotion-Teams 😉

Ziel unseres Ausflugs war ein Hotel im Norden Pekings (eine Bustour von 2 Stunden … das sind Ausmaße vom Begriff „Stadt“, oder?) … dort begann der Rest des Tages damit, dass wir uns in einem großen Saal mit Bühne trafen und nach der Reihe alle Abteilungen spaßige Aufführungen darboten – kleine Theaterstücke, Sketche, Tanz- oder Gesangesaufführungen. (Fast) alle sehr amateurhaft und zum Teil sogar sehr komisch … der ganze Saal (nur Kollegen) war amüsiert und lachte – ich denke vor allen Dingen, weil man die darbietenden „Künstler“ persönlich kannte. Für auch nicht nur deshalb nur halb so komisch, weil ich die ganzen Kollegen noch nicht persönlich kannte – sondern auch weil ich vor allen die Sketche und Theaterstücke nicht verstehen konnte. OK, ich bekam zwar einen (nein zwei) Kolleginnen an meine beiden Seiten gesetzt, die für mich dolmetschen sollten, aber viele Gags blieben mir einfach verborgen weil ich die Kollegen nicht persönlich kannte und weil ich die historischen Geschichten, die den Stücken zugrunde lagen nicht kannte. Hier zeigt sich wie tief man in die Geschichte und Kultur Chinas eindringen muss, um die Chinesen selbst (und sicher auch die Sprache) wirklich zu verstehen.

Es ging am Abend mit einem gemeinsamen Abendessen weiter – in einem zum Hotel gehörenden Restaurant mit runden Tischen für jeweils zehn Leute. Die Kollegen saßen in Teams/Abteilungen zusammen und genossen die Speisen, die der Reihe nach die drehbare Glasplatte in der Mitte der Tische serviert wurden. Ihr habt diese Art der Tische sicherlich in dem ein oder anderen asiatischen Film schon gesehen – sehr cool!
Serviert wurden übrigens auch chinesisches Bier (ähnlich Pils – vielleicht ein wenig schwach) und „chinesischer Wein“ (eine schreckliche Übersetzung von 白酒, Pinyin: Báijiǔ … wörtliche Übersetzung: „Weißer Alkohol“), da es sich eigentlich um Schnaps und nicht um Wein handelt. Mit einer Flasche dieses Schnapses und meinem Tisch im Gefolge wurde ich nach und nach von einem Tisch zum nächsten geführt, um die einzelnen Abteilungsleiter kennenzulernen und mit ihnen auf die zukünftige Zusammenarbeit anzustoßen. Sehr spannend so viele „angetrunkene“ Chinesen zu sehen. Ich hätte gedacht, dass sie ihren „Volks-Alkohol“ besser vertragen als ich 😉 … für meine alten Kollegen bei ABAKUS: Die Qualität dieses Schnapses war deutlich besser als das was ich für meinen Abschied nach China zur Weihnachtsfeier 2011 mitbrachte … dieser war wirklich sehr weich im Geschmack und nicht beißend – man konnte diesen wirklich gut trinken. Wenn ich mal wieder nach Hannover komme bringe ich davon eine Flasche mit 😉

Wir vergnügten uns nach dem Essen noch mit ein paar Spielen, die das Hotel anbot:
Bowling (ohne dass Punkte gezählt wurden – man warf einfach in nicht definierter Reihenfolge nacheinander),
Kicker (die Tore waren auf der falschen Seite)
Darts (auch hier ohne jegliche Spielregeln)
KTV (Karaoke … der Raum war so voll und die Luft so stickig, dass ich zum Glück nicht lange bleiben musste).

Wir übernachteten im Hotel und im Gegensatz zu meinen Kollegen hatte ich ein Zimmer für mich allein … ein wenig Zeit
mich mit chinesischem TV vertraut zu machen … weit weniger lustig wenn man kein Wort versteht!

Am nächsten Morgen ging es zeitig weiter zu unserem nächsten Ziel – einer Skianlage (großer Skihang und kleiner Idiotenhügel). Da ich noch nie auf Brettern stand war der Idiotenhügel für mich (und alle anderen Kollegen) „reserviert“. Nach der zweiten Abfahrt hatte ich raus wie man schön langsam herunterfährt und ich konnte den Tag genießen.

Bevor wir am Ende wieder mit den Bussen zurück zur Firma fuhren „lernte“ ich noch ein chinesisches Kartenspiel (mit Pokerdeck) namens „Landlord versus Farmers“. Sehr schwierig für mich diese Karten zu halten … statt in allen viel Ecken der Karten befanden sich die Zahlen und „Farbsymbole“ der Karten nur in der rechts oberen Ecke. Ich bin es absolut nicht gewohnt meine Spielkarten auf diese Art und Weise zu fächern. Muss ausgesehen haben als hätte ich niemals Spielkarten in der Hand gehalten 😉

Alles in allem ein sehr spannender Tag – ganz anders als Betriebsausflüge in Deutschland.
Vielleicht bekomme ich noch das ein oder andere Foto von den Kollegen für diese Website.

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